Wasserbausymposium an der ETH Zürich

Zwei Fragen standen im Zentrum des 23. Wasserbau-Symposiums: Wie begegnen wir dem Klimawandel und schützen aquatische Ökosysteme? Welche neuen Möglichkeiten bieten Digitalisierung und Künstliche Intelligenz für Forschung und Praxis? Die Veranstaltung der TU Graz, TU München und ETH Zürich ist eine der wichtigsten Plattformen für den Austausch zwischen Wissenschaft und Ingenieurpraxis und brachte auch in diesem Jahr führende Expertinnen und Experten zusammen. Geschäftsführer Dr. Christopher Paschmann war mit den Kollegen Prof. Dr. Christian Auel, Standortleitung Münster, und Max Wittig, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Wasser und Umwelt, vor Ort.

Dr. Christopher Paschmann teilt hier seine fachlichen Highlights der diesjährigen Veranstaltung (siehe auch Tagungsband – 23. Wasserbau-Symposium 2026 | ETH Zürich):

„Hybride Modellierung als Antwort auf ein reales Problem”

„Die Salzach in Salzburg zeigt eindrücklich, wie sich klimabedingte Veränderungen im Feststoffhaushalt auf die Hochwassersicherheit im Stadtgebiet auswirken – und wie komplex die Lösungssuche ist, wenn bauliche Erweiterungen (Aufweitungen) nicht möglich und auch Linearmaßnahmen nicht in Frage kommen. Besonders spannend war für mich die Kombination aus 2D-Numerik und physikalischen Modellversuchen an der TU Graz: Hybride Modellierung ist hier ein echtes Werkzeug zur Überprüfung von Lösungsansätzen unter realen Bedingungen.”

(Beitragstitel: Hybride Modellierung in der Praxis – Geschiebetransportmodellierung und physikalischer Modellversuch an der Salzach/Salzburg von Stefan Sattler, Josef Schneider)

„Monitoring, das wirklich funktioniert – auch im Feld”

„Die Verlandung von Stauraum ist eine der zentralen Herausforderungen im Betrieb von Wasserkraftanlagen. Umso wichtiger ist ein verlässliches Monitoring der Schwebstoffkonzentration, gerade wenn Spülungen aus ökologischen Gründen nicht infrage kommen. Was mich an diesem Beitrag beeindruckt hat: die konsequente Verknüpfung von Labortest und Feldanwendung. Der direkte Vergleich verschiedener Kalibrierungsansätze liefert eine praxistaugliche Grundlage für den Feldeinsatz.”

(Beitragstitel: Vergleich von Sensorkalibrierungsmethoden für das Schwebstoffkonzentrationsmonitoring von Carolin Friz, David Felix, Volker Weitbrecht, Robert Boes)

„Nachhaltigkeit bedeutet nicht Minimaleingriff sondern Langlebigkeit”

„Die Sanierung des Birswehrs Neuewelt in Münchenstein hat mich aus mehreren Gründen beeindruckt: die Komplexität der Baumaßnahme mitten im Gewässer, unter laufendem Abfluss und in direkter Nachbarschaft zu Wohngebiet und Infrastruktur – und gleichzeitig der konsequente Einsatz digitaler Methoden. BIM2Field hat dort nicht als Schlagwort funktioniert, sondern als echtes Steuerungsinstrument. Ein gutes Beispiel dafür, dass nachhaltiger Wasserbau nicht durch Minimierung des Eingriffs, sondern durch langlebige, auf konkrete Ziele ausgerichtete Planung und digital umgesetzte Lösungen entsteht.”

(Beitragstitel: Sanierung KW Neuewelt – bautechnische Herausforderung mitten im Gewässer von Joachim Meili, Mario Dolder)

Die Veranstaltung war für Dr. Christopher Paschmann nicht nur wegen der exzellenten Vorträge ein Highlight. Neben den fachlichen Impulsen bot das Symposium auch die Gelegenheit, das Netzwerk aus der Promotionszeit in Zürich aufzufrischen – ein Mehrwert, der sich kaum planen, aber immer wieder schätzen lässt.

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Ein herzlicher Dank gilt den Organisatoren der TU Graz, TU München und ETH Zürich für eine einmal mehr rundum gelungene Veranstaltung.

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