Projekt „Mobilstationen im Rheinland“ erhält UITP Impact Award 2026

go.Rheinland hat mit einem unserer gemeinsamen Projekte jetzt den Impact Award 2026 gewonnen. Mit den renommierten UITP Awards werden herausragende und zukunftsweisende Projekte im öffentlichen Verkehr weltweit ausgezeichnet. Das Ergebnis unserer Projektvorbereitung ist damit offiziell ein innovatives Beispiel für die Mobilitätswende, weil skalierbar, intermodal und mit hoher Akzeptanz vor Ort durch Zusammenarbeit mit Kommunen.

Am 24.06.2026 wurde „unser“ Projekt bei den UITP Awards 2026 in Brüssel mit dem Impact Award für den Großraum Europa ausgezeichnet.

Das Team Konzeptionelle Verkehrsplanung von spiekermann hatte im Projekt „Regionales Netzwerk von Mobilstationen im Rheinland“ eine breit angelegte Untersuchung angefertigt, welche Haltestellen im Verbandsgebiet als Mobilstation gut geeignet sind und einen ersten Vorschlag für die spezifische Ausstattung erarbeitet.

Weiterhin wurde Grundlagenarbeit für eine flächendeckende Radboxen-Versorgung (die typischerweise in Mobilstationen gebaut werden) geleistet. Die Musterausschreibungen für die Ingenieursuche zur lokalen Planung der Mobilstationen wurden erarbeitet. Das Team hat an der Ausschreibung von Rahmenverträgen zur zentralen Beschaffung von Ausstattungs-Elementen für die Mobilstationen mitgewirkt.

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Das umgesetzte Ergebnis hat sich nun unter 236 Bewerbungen aus 54 Ländern durchgesetzt. Die Jury würdigte das Vorhaben als „innovative, übertragbare Lösung für die Mobilitätswende“ – und wir freuen uns sehr mit unserem Auftraggeber über diese Wertschätzung.


Internationale Auszeichnung für eine vernetzte und nachhaltige Mobilität

Mobilstationen sind mehr als „schöne Haltestellen“. Sie machen den Umstieg zwischen Verkehrsmitteln einfacher und damit klimafreundliche Mobilität attraktiver. An zentralen Knotenpunkten werden ÖPNV-Angebote wie Bus und Bahn mit weiteren Optionen wie Fahrrad- oder Carsharing verknüpft. Nutzerinnen und Nutzer profitieren von kurzen Wegen, klarer Orientierung und Services, die das Umsteigen komfortabel machen.

Das Konzept wird dabei nicht „von oben“ ausgerollt, sondern in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen vor Ort entwickelt und umgesetzt. Diese regionale Perspektive ist ein zentraler Erfolgsfaktor und verbunden mit einer einheitlichen, barrierefreien Gestaltung.


Was die ausgezeichneten Mobilstationen laut Jury besonders macht

  • Es wurden mindestens zwei Mobilitätsangeboten an einem Standort verknüpft.
  • Für eine hohe Wiedererkennbarkeit gab es bewusst ein barrierefreies und einheitliches Design.
  • Abstellanlagen, Ladeinfrastruktur oder digitale Informationen erhöhen den Komfort der Nutzenden
  • Standardisierte Umsetzungskonzepte erleichtern die Skalierbarkeit.
  • Wichtig für die Akzeptanz vor Ort ist die enge Zusammenarbeit mit Kommunen und Partnern aus der Region.

Die konzeptionelle Phase ist die Basis. Sichtbare Erfolge sieht man erst Jahre später.

Als spiekermann ingenieure freuen wir uns besonders über diese Auszeichnung – auch, weil sie zeigt, wie wertvoll konzeptionelle Vorarbeiten für die spätere Umsetzung sind. Gerade in der Konzeptionellen Verkehrsplanung sowie in Machbarkeitsstudien ist der Weg vom ersten Konzept bis zur sichtbaren Wirkung im öffentlichen Raum oder am gebauten Objekt oft sehr lang. Umso schöner ist es, wenn aus frühen Planungsgrundlagen ein Projekt entsteht, das wie hier sogar international Anerkennung findet.

VonNell Christoph

Christoph von Nell, Geschäftsbereichsleiter Verkehr bei spiekermann ingenieure, ordnet die Bedeutung ein:

„Für uns ist das eine richtig gute Nachricht: Wir freuen uns immer, wenn ein Projekt, das wir in einer oder mehreren Leistungsphasen begleiten, erfolgreich in die Umsetzung kommt. In der konzeptionellen Phase legt man die Basis, aber der sichtbare Erfolg kommt oft erst Jahre später. Umso mehr gratulieren wir go.Rheinland und dem VRS zu dieser verdienten internationalen Auszeichnung.“


Wie verändert sich Mobilität?

Das Mobilitätsverhalten verändert sich. Multimodale Lösungen, um von einem Ziel zum anderen zu kommen, treten dabei immer mehr in den Vordergrund. Mobilstationen nehmen hierbei als Verknüpfungspunkte eine Schlüsselrolle ein. Sie bietet die systemische Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel und ermöglicht u.a. durch benutzerfreundliche Strukturen die Gestaltung eines zukunftsfähigen ÖPNV.

Die Einbindung von Car- und Bikesharing-Angeboten hilft die Verkehrsleistung mit dem privaten Pkw zu verringern und trägt somit zur Reduzierung von CO2-Emmisionen bei.

Aufbauend auf den Empfehlungen aus dem Handbuch „Mobilstationen Nordrhein-Westfalen“, wurde im damaligen Projekt ein Konzept zur Einrichtung von Mobilstationen im Gebiet des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland erarbeitet.

Im Untersuchungsraum, der die vier kreisfreien Städte Aachen, Bonn, Köln und Leverkusen, die Städteregion Aachen sowie die sieben Kreise Euskirchen, Düren, Heinsberg, Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis und Rhein-Sieg-Kreis umfasste, hat das Projektteam für 200 SPNV-Stationen, 300 Stadt- und Straßenbahnhaltestellen sowie über 8.900 Bushaltestellen die für Mobilstationen relevanten Standorte herausgefiltert.

Eine Zuordnung der Haltestellen erfolgte zu drei zuvor definierten Stufen. Anschließend wurde für Haltestellen der Stufe 1 (165 SPNV-Stationen mit Verknüpfungsfunktion) und Stufe 2 (290 große ÖPNV-Haltestellen) eine Standortanalyse und -bewertung durchgeführt, die in einer Datenbank hinterlegt wurde.

Die Auswahl geeigneter Standorte erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Zweckverband und den Kommunen im Untersuchungsgebiet. An jedem der 455 ausgewählten Standorte führten die Verantwortlichen bei spiekermann eine Erhebung der Ausstattung vor Ort durch.

Eine nachfolgende Potenzialanalyse für die Weiterentwicklung bildete gemeinsam mit der Kategorisierung der Mobilstationen und der Entwicklung eines touristischen Fahrradverleihkonzeptes die Grundlagen für die Erarbeitung von Maßnahmenkatalog und Umsetzungsprogramm.

Für jeden der ausgewählten Standorte wurde ein Steckbrief mit aktuellem Ausstattungsstand und empfohlenen Maßnahmen zur Aufwertung zur Mobilstation erstellt. In der Umsetzung sind bereits 118 Mobilstationen aktiv. Ein weiterer Ausbau ist in Planung.


Mehr hier: Gemeinsam erfolgreich: Regionales Netzwerk von Mobilstationen im Rheinland ausgezeichnet – wir.go.Rheinland

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