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Spiekermann News - Gefährdungsabschätzung Bitterfeld Wolfen

Gefährdungsabschätzung Bitterfeld-Wolfen

Bohrungen sind abgeschlossen – Gefährdungsabschätzung in Bitterfeld / Wolfen

Die MDSE – Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH hatte 2016 eine Gefährdungsabschätzung für die ehemaligen Rieselfelder in Bitterfeld / Wolfen beauftragt. Die letzte der insgesamt elf ca. 60 m tiefen Linerbohrungen ist nun abgeschlossen.

Voraussetzung für gute Ergebnisse: eine fundierte Datenbasis schaffen

Der erste Schritt war eine intensive Grundlagenermittlung: Die Projektmitarbeiter verwendeten für die Recherche Dokumente, die bis in die 1920er Jahre datierten. Diese dokumentierten die Entwicklung der Grundwasserstände und Grundwasserfließrichtungen seitdem. Außerdem konnte die Lage potentieller Quellbereiche der Kontaminationen anhand der Orte mit früherer Schadstoffverwendung konkretisiert werden. Das Ergebnis war eine fundierte Kenntnisstandanalyse und daraus abgeleitet ein Untersuchungskonzept. Nach Aufbereitung der Altdaten musste das ursprünglich festgelegte Untersuchungsgebietes erweitert werden.

Nach der Grundlagenermittlung wählten die Experten der Spiekermann wesentliche potentielle Quellbereiche auf der insgesamt 200 ha großen Fläche aus. Sie beurteilen nach Auswertung aller Analysen und geologischer Daten die Wirkung der Quellbereiche auf den Grundwasserpfad sowie die weiteren Transferpfade gemäß BBodSchG. Übergeordnetes Ziel ist es, wesentliche Quellbereiche und davon ausgehende Grundwasserbelastungen abzugrenzen. Die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen für eine positive Beeinflussung der Grundwasserbelastungen im Abstrom ist zu beurteilen.

Die Bohrungen konzentrierten sich auf die ehemaligen Rieselfelder und die vermuteten Quellbereiche anderer Grundwasserbelastungen. Die in Wolfen früher angesiedelte Farbenfabrik versickerte noch bis Ende der 1960-er Jahre ihre Abwässer aufgrund der guten Durchlässigkeit des Untergrundes auf den Rieselfeldern. Dies war zum Zeitpunkt der Werksgründung Ende des 19. Jahrhunderts ein Standortvorteil. Später wurden diese Flächen von der Filmfabrik genutzt. Diese Nutzung ließ ebenfalls potentielle Schadstoffquellen vermuten.

Aus Bohrstellen werden Grundwassermessstellen

Auf Basis der erstellen Defizitanalyse plante das Projektteam insgesamt fünf Grundwassermesstellen und zwölf Linerbohrungen, um Proben bis zum Anschnitt des Glaukonitschluffs in 60 m Tiefe nehmen zu können. Bisher wurden drei Bohrstellen zu Grundwassermessstellen ausgebaut. Neben der Kenntnis der Schadstoffverteilung im geologischen Profil, können Filterstrecken für die Grundwasseruntersuchung optimal platziert werden.

Spezielle Lösung für die leichtflüchtigen Substanzen

Aus den Bohrkernen gewannen die Umweltdienstleister außerdem Proben von leichtflüchtigen Substanzen. Dazu entwickelten sie zusammen mit der TU Dresden als spezielle Lösung ein eigenes Probenahmeverfahren mit einer Kombination von Sofortmessungen von Belastungen der Bodenluft bzw. dem Porenwasser mit Schadstoffen und einer verlustarmen Porenwasser- und Bodenprobenentnahme. Zum Untersuchungsumfang gehörten auch bis zu 40 m in die Tiefe reichende horizontierte Grundwasserprobenahmen zur Identifikation der Schadstoffkonzentration.

Das Team der Spiekermann GmbH Consulting Engineers hat die Bohrungen fachlich begleitet. Dazu gehörten die Festlegung der Bohrpunkte, Medienabfragen bei vielen Leitungsbetreibern sowie die Überwachung der Bohrarbeiten. Die gewonnenen Bodenproben waren zu beurteilen.

Die Auswertung der Ergebnisse zur Erstellung einer Gefährdungsabschätzung erfolgt durch langjährig berufserfahrene Geologen. Diese nutzen dafür die aufbereiteten Altdaten und neu gewonnene Daten und bewerten die Ergebnisse mit Hilfe von Datenbanken und GIS-Anwendungen.