Flutmulde Kulmbach

Endlich darf der Weiße Main wieder durch die Pörbitscher Au mäandern!

Im September durfte der Fluss endlich aus seinem künstlichen und gradlinigen Verlauf in eine natürliche Form zurück. Auch wenn nicht viel Wasser da war, wurde der Damm geöffnet. Das Wasser läuft jetzt durch ein Bett, das für Menschen wieder erlebbar und für Tiere wieder als Lebensraum nutzbar wird. Wichtiger Hintergrund für das Großprojekt war jedoch die wesentliche Verbesserung des Hochwasserschutzes.

Der Weiße Main in Kulmbach ist ein Gewässer erster Ordnung. Die vor 80 Jahren errichtete Flutmulde leitet größere Wassermengen an der Innenstadt vorbei. Sie war nicht ausreichend dimensioniert, um das Bemessungs-Hochwasserereignis (HQ100: 265 m³/s) schadlos abführen zu können. Des Weiteren hatten die Deiche im Stadtteil Blaich keine ausreichende erdstatische Standsicherheit.

Ein paar Details zum Projekt, das Spiekermann seit 2012 begleitet: Der Deich wurde weitgehend zurückverlegt und auf die notwendige Höhe gebracht. Zur Deichstabilisierung wurde auf etwa 950 m eine Spundwand in den Deich eingebracht und bis in den Felshorizont eingebunden. In den engen Bereichen sichert eine Uferwand die Bebauung bis zum Bemessungs-Hochwasserstand. Die Abflussquerschnitte wurden durch Abtrag der Bestandsdeiche und des Geländes vergrößert. Durch die Öffnung der Pörbitscher Au und den Rückbau der alten Deiche entstand ein ca. 10 ha großer Retentionsraum. Der Grundwasserstand hinter der Spundwanddichtung wird über ein Dränagesystem mit einem Schöpfwerk kontrolliert.

Aktuell werden noch Maßnahmen zur naturnahen und ökologischen Umgestaltung der Flutmulde und der Gewässeraue realisiert. Rad- und Fußwegverbindungen werden verlegt und an das städtische Wegenetz angebunden.