News - Bauüberwachung ESTW Wuppertal - Spiekermann GmbH Consulting Engineers

Leitende Bauüberwachung ESTW Wuppertal

Was für ein seltenes und auch befremdliches Bild: Am Bahnhof Wuppertal – immerhin in einer Stadt mit über 350.000 Einwohnern gelegen und mit täglich über 10.000 Pendlern– gibt es am hellen Tag nicht einen einzigen Fahrgast! Dennoch waren unsere Bauüberwacher sowie Mensch und Maschine im Gleis Tag und Nacht aktiv, um das neue elektronische Stellwerk (ESTW Wuppertal) am 30. August fristgerecht in Betrieb zu nehmen. Obwohl Bau und Koordination bislang zu einem großen Teil unter rollendem Rad von Fernverkehr, S-Bahn und Güterverkehr stattfanden, musste der Bahnhof im Juli und August 2017 für sechs Wochen komplett von der Gleiswelt abgeschnitten werden. Unsere Kollegen der Abteilung Bauüberwachung waren mit der Umsetzung betraut.

Bevor Testfahrten bzw. Blockprobefahrten möglich waren, mussten sowohl weitere Gleisbau- als auch Leit- und Sicherungsarbeiten durchgeführt werden. Zudem wurden abschnittsweise die neuen Stellwerksanlagen zugeschaltet.

      • Die Schnittstellen der benachbarten Betriebsstellen waren ebenfalls anzupassen.
      • Alle Anschlüsse an Weichen, Signale, etc. wurden in dieser Zeit fertiggestellt.
      • Die Weichen im Projektabschnitt wurden komplett mit neuen Weichenheizungen ausgerüstet.
      • Durch die Auflösung alter und den Bau neuer Weichen musste auch die Oberleitungsanlage entsprechend erneuert und große Teile des Fahrdrahts gewechselt werden.
      • Die Kabel der Ortssteueranlagen wurden gegen neue ausgetauscht und auf der Fernwirkunterstation im ESTW aufgelegt.
      • Die Anlagen der Telekommunikation müssen an die ESTW-Technik und die neue Infrastruktur adaptiert werden.

     

    Trotz der hohen Komplexität konnte die Inbetriebnahme wie geplant erfolgen und der Bahnhof wieder für Publikum und Züge freigegeben werden.

    Schon seit 2013 ist Spiekermann mit der Bauüberwachung für die Leit- und Sicherungstechnik, Oberbau und Konstruktiven Ingenieurbau (Entwässerung, Tief- und Oberbau) sowie für die leitende Bauüberwachung für Oberleitungs-, 50Hz- und TK-Anlagen beauftragt. Die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik ging parallel mit einer Anpassung des Spurplans einher. Das Projekt beinhaltete deshalb neben dem Neubau des Stellwerks auch den Neubau von ca. 20 Weichen und die Modernisierung der technischen Ausrüstung von ca. 100 Weichen. Im Zuge des Rückbaus der Strecke 2733 wurden mittels Lückenschluss eine Neuanbindung an die Strecke 2550 (Fernbahn) hergestellt. Im Folgenden noch ein paar weitere Zahlen, die die Komplexität des Projekts sehr gut veranschaulichen. 200 neue Signalfundamente wurden gebaut. Ab Herbst 2015 wurden 21 Signalausleger bzw. Signalbrücken errichtet und aktuell ebenfalls in Betrieb genommen.

    Bis Ende des Jahres 2017 werden noch Restarbeiten durchgeführt.

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