Westfälischen Preis für Baukultur

Auslassbauwerk und Betriebsgebäude eines Hochwasserrückhaltebeckens können auch schön sein!

Der Westfälische Preis für Baukultur ging 2015 an das Auslassbauwerk und das Betriebsgebäude eines Hochwasserrückhaltebeckens, das von dem Wasserwirtschaftsverband Emschergenossenschaft im Zuge des Umbaus der Emscher von einem offenen Abwasserkanal zu einer naturnahen Flusslandschaft in Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel-Ickern gebaut wurde. Damit würdigt die Jury des vom Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) und von der Westfalen-Initiative mit Unterstützung der Westdeutschen Landesbausparkasse (LBS) ausgelobten Preises „die innovative architektonische Lösung für eine scheinbar simple Bauaufgabe“. „Das Auslassbauwerk erstreckt sich in Form einer Fußgängerbrücke über die Emscher und schafft auf diese Weise eine wichtige Verbindung im Wegenetz entlang des Flusses. Dieser Knotenpunkt wird durch das turmartige Betriebsgebäude markiert, das der weiten Landschaft einen wohltuenden architektonischen Akzent entgegensetzt. Der Ausblick kann auf der Dachterrasse des Gebäudes genossen werden“, heißt es in der Begründung der Jury. Die Jury überzeugte das Projekt aber auch „durch seinen klugen Umgang mit der noch jungen Landschaft des neuen Emschertals. Anstelle sich auf den sichtbaren Kontext zu beziehen , der erst in einigen Jahren sein endgültiges Aussehen haben wird, bezieht sich das Projekt auf den unsichtbaren Kontext, auf das Hochwasser, das nur in seltenen Fällen das Rückhaltebecken in einen See verwandeln wird und dem Projekt für kurze Zeit seinen eigentlichen Sinn verleiht“, so die Jury, zu der auch LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale und der Geschäftsführer der Westfalen-Initiative, Dr. Eberhard Christ, gehörten.
Spiekermann hat dabei die wasserbautechnische Planung des Auslassbauwerks erbracht. Errichtet wurde das Bauwerk von 2011 bis 2014.